Woher unsere Prüfungen kommen: Quellen und Methode von Scan Raccoon
Wenn Scan Raccoon Ihnen sagt, dass eine Website, ein Unternehmen, eine E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer Vorsicht verdient, haben Sie ein Recht darauf zu erfahren, worauf diese Einschätzung beruht. Diese Seite beschreibt in einfachen Worten, welche Quellen wir nutzen, was jede einzelne leistet, was sie nicht beweist und wie wir vermeiden, jemanden ohne Grundlage zu beschuldigen. Sie wird aktualisiert, wenn sich unsere Methoden ändern.
Das Wichtigste
- Wir gleichen öffentliche und amtliche Quellen mit Meldungen der Community ab: Keine Quelle entscheidet allein.
- Eine Warnung beruht auf einer überprüfbaren Tatsache (öffentliche Liste, Register, Alter der Domain) oder auf Nutzermeldungen, nie auf einem Bauchgefühl.
- Keine Auffälligkeit heißt nicht „sicher“: Dieses Wort verwenden wir nie für eine unbekannte E-Mail, Nummer oder Website.
- Keine Marke kann ein Urteil kaufen, und Affiliate-Links beeinflussen die Ergebnisse nicht.
- Die Unternehmensprüfung stützt sich derzeit auf das französische Register: Für Firmen anderer Länder nennen wir die nationalen Register.
Amtliche und öffentliche Quellen
Das sind die belastbarsten Quellen, weil jeder sie einsehen und selbst nachprüfen kann.
- Das amtliche französische Unternehmensregister. Es zeigt, ob ein französisches Unternehmen existiert, seine SIREN-Nummer, sein Gründungsdatum, seinen Ort und ob es noch aktiv ist. Ein gelöschtes oder erst vor Wochen gegründetes Unternehmen ist nicht zwingend unseriös, aber diese Tatsache ist gut zu wissen.
- Das Alter der Domain, abgelesen aus den öffentlichen Verzeichnissen der Domain-Registries (RDAP-Protokoll, Nachfolger von „WHOIS“). Viele Betrugsseiten entstehen Tage oder Wochen vor einer Kampagne und werden danach aufgegeben. Eine junge Domain ist ein Hinweis, kein Beweis: Auch ein ehrlicher Shop kann neu sein.
- Die Warnliste der AMF, der französischen Finanzmarktaufsicht, mit Seiten, die in Frankreich ohne Zulassung Geldanlagen, Krypto oder Devisen anbieten. Wir bewahren ihre amtliche Bedeutung: „nicht zugelassen“, nicht „erwiesener Betrüger“.
- Eine öffentliche Liste von Phishing- und Betrugsseiten (Projekt PhishDestroy, unter der offenen MIT-Lizenz), die mehr als 200 000 gemeldete Domainnamen enthält. Steht eine Seite darauf, nennen wir die Quelle.
- Rufnummernregeln der Regulierungsbehörden (Bundesnetzagentur in Deutschland, ARCEP in Frankreich, Ofcom in Großbritannien, AGCOM in Italien, ANACOM in Portugal, FTC und FCC in den USA). So erkennen wir eine Mehrwertdienstenummer oder eine Vorwahl, die für „Ping-Anrufe“ bekannt ist, ohne jemanden zu fragen: Das sind öffentliche Regeln, keine Vermutungen.
- Die Nummernpläne der ARCEP (offene Daten): Für eine französische Nummer zeigen sie, welchem Anbieter der Block zugeteilt ist, und entlarven eine Nummer, die niemandem zugeteilt ist und damit gefälscht ist. Der angezeigte Anbieter ist der ursprüngliche: Durch Rufnummernmitnahme kann man wechseln.
- Beschwerden bei der US-Behörde FTC (Do-Not-Call-Liste, öffentliche Daten): Für eine nordamerikanische Nummer zeigen wir, wie viele Beschwerden eingegangen sind. Eine Beschwerde ist kein Beweis, und Nummern werden oft gefälscht.
- Das öffentliche DNS. Bei einer E-Mail-Adresse prüfen wir nur, ob die Domain existiert und E-Mails empfangen kann. Eine Adresse, deren Domain nicht existiert, ist zwangsläufig falsch.
- Eine Liste von Wegwerf-E-Mail-Diensten (temporäre Adressen, die nach Minuten verschwinden), um Sie zu warnen, wenn eine Adresse zu einem solchen Dienst gehört.
Meldungen und Bewertungen der Community
Nutzerinnen und Nutzer von Scan Raccoon können eine Website, eine E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer melden und ein Unternehmen bewerten. Diese Beiträge sind wertvoll, weil sich Betrug zuerst unter den Betroffenen herumspricht, aber auch anfälliger: Eine Meldung kann ein Irrtum oder Groll sein. Deshalb gilt:
- eine einzelne Meldung reicht für eine starke Warnung nicht aus: Es braucht mehrere verschiedene Personen;
- der Freitext der Meldungen wird nie öffentlich angezeigt, nur ihre Anzahl, um Beschuldigungen oder Belästigung auf Basis ungeprüfter Nachrichten zu vermeiden;
- eine Community-Bewertung kann ein vom Team geprüftes Urteil nicht allein kippen, es sei denn, es sind viele und sie stammen von hinreichend alten Konten;
- jedes Konto zählt nur einmal.
Prüfungen durch das Team
Bei großen Händlern und sehr bekannten Plattformen prüft das Team von Hand und hinterlegt ein Urteil, das jeder automatischen Schätzung vorgeht. Trägt eine Seite diesen Status, steht das deutlich dort. Diese Prüfungen sind weder gesponsert noch verhandelbar: siehe unsere Vertrauens-Charta.
Die Rolle der künstlichen Intelligenz
Zur Analyse eines Produkts oder einer Anzeige nutzt Scan Raccoon eine KI: Sie erkennt den Artikel anhand von Foto oder Link, schätzt einen üblichen Preis und findet Ungereimtheiten. Wichtig zu wissen:
- der Marktpreis ist eine Schätzung, kein Versprechen;
- die KI urteilt nach dem, was sie gelernt hat: Über eine kleine, neue Website oder eine bestimmte Telefonnummer weiß sie in der Regel nichts. Dann lassen wir sie keine Meinung erfinden: Das Ergebnis lautet „unbekannt“;
- bei einer E-Mail-Adresse oder Telefonnummer kommt keine KI zum Einsatz: Die Prüfung beruht auf der Meldedatenbank und den oben beschriebenen technischen Prüfungen.
Was wir in welchem Land abdecken – und was nicht
Scan Raccoon wird in sechs Sprachen genutzt, doch einige Quellen gelten nur für ein Land. Zur Klarheit:
- die Unternehmensprüfung fragt das französische Register ab. Für ein deutsches Unternehmen suchen Sie die Registernummer im Handelsregister (gemeinsames Registerportal der Länder); für Firmen anderer EU-Staaten lässt sich die Umsatzsteuer-ID im europäischen Dienst VIES prüfen;
- die AMF-Liste ist französisch. In Deutschland veröffentlicht die BaFin Warnungen vor unerlaubten Geschäften; ähnliche Stellen gibt es in anderen Ländern (CONSOB, FCA, SEC …);
- die Rufnummernregeln und die öffentlichen Phishing-Listen sind dagegen länderübergreifend;
- die Nutzermeldungen sind nicht länderabhängig: Eine Meldung zu einer Website gilt in allen Sprachen.
Wir arbeiten daran, nationale Quellen auszubauen. Kennen Sie ein verlässliches Register oder eine öffentliche Liste aus Ihrem Land, schreiben Sie uns.
Was unsere Prüfungen nicht leisten können
Kein Werkzeug erkennt jeden Betrug. Einige Grenzen:
- eine Seite kann sich nach unserer Analyse ändern oder heute ehrlich und morgen nicht mehr sein;
- eine Telefonnummer kann gefälscht werden: Dass sie angezeigt wird, beweist nicht, woher der Anruf kommt;
- eine Seite, die auf unseren Listen fehlt, ist nicht zwingend vertrauenswürdig: Sie kann schlicht zu neu sein;
- unsere öffentlichen Listen werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und können der Nachrichtenlage etwas hinterherhinken.
Nutzen Sie das Ergebnis als Entscheidungshilfe und behalten Sie bei größeren Käufen Ihr eigenes Urteil. Unser Ratgeber Ist diese Website Betrug? 10 Prüfungen zeigt, wie Sie die Analyse selbst ergänzen.
Wie wir uns finanzieren – und warum das die Ergebnisse nicht ändert
Einige Analysen sind ohne Anmeldung kostenlos, ein kostenpflichtiger Tarif ermöglicht mehr Analysen. Manche Links zu Händlern sind Affiliate-Links: Wir können eine kleine Provision erhalten, wenn Sie kaufen, ohne dass sich Ihr Preis ändert. Diese Provision beeinflusst weder die Bewertung eines Produkts noch das Urteil über eine Website noch die vorgeschlagenen Alternativen. Wir verkaufen Ihre personenbezogenen Daten nicht. Einzelheiten stehen auf der Seite Über uns.
Häufige Fragen
Ist eine Seite vertrauenswürdig, wenn sie auf Ihren Listen fehlt?
Nicht automatisch. Es heißt nur, dass uns kein Hinweis vorliegt. Eine sehr neue Seite kann gefährlich sein, ohne schon auf einer Liste zu stehen. Gleichen Sie immer mit anderen Prüfungen ab.
Warum zeigen Sie die Texte der Meldungen nicht an?
Damit eine ungeprüfte Nachricht nicht dazu dient, eine Person oder ein Unternehmen zu beschuldigen oder zu belästigen. Wir zeigen nur die Anzahl der Meldungen und vergleichen sie mit Schwellenwerten, bevor wir warnen.
Prüfen Sie auch deutsche Unternehmen?
Die automatische Unternehmensprüfung stützt sich derzeit auf das französische Register. Für ein deutsches Unternehmen schauen Sie ins Handelsregister; Nutzermeldungen, Domain-Analyse und öffentliche Listen funktionieren trotzdem.
Eine Seite wurde zu Unrecht gemeldet: Was tun?
Schreiben Sie an scanraccoon.support@gmail.com mit dem Namen der Seite und dem, was Ihnen unzutreffend erscheint. Wir prüfen und korrigieren.
Nutzen Sie meine Daten für diese Listen?
Nein. Die Listen stammen aus öffentlichen Quellen und aus Meldungen, die Nutzer freiwillig senden. Wir verkaufen keine personenbezogenen Daten.