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Unternehmen vor der Bestellung prüfen: Register, Nummern, Warnzeichen

Von Scan Raccoon · Aktualisiert am 18. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit

Ist dir eine Website oder ein Verkäufer unbekannt, ist die beste Prüfung auch eine der einfachsten: Schlag das Unternehmen in amtlichen Registern nach. In Deutschland sind die meisten Einträge öffentlich und größtenteils kostenlos einsehbar. Hier erfährst du, wie du die Nummern liest, wo du sie prüfst und welche Widersprüche dich stutzig machen sollten.

Das Wichtigste

  • Ein echter Onlineshop nennt im Impressum Name, Anschrift, Kontakt und, wenn vorhanden, Registernummer und USt-IdNr.
  • Prüfe die Nummer im amtlichen Register und vergleiche Anschrift, Tätigkeit und Gründungsdatum.
  • Eine gültige Nummer beweist keine Ehrlichkeit: Betrüger kopieren die Angaben echter Firmen.
  • Ein gelöschtes, sehr junges oder thematisch unpassendes Unternehmen ist ein Warnzeichen.
  • Für USt-IdNr. in der EU gibt der VIES-Dienst der Kommission eine kostenlose Gültigkeitsprüfung.

Welche Nummern du antreffen kannst

Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Land, die Idee ist dieselbe. In Deutschland sind Kapitalgesellschaften und kaufmännische Unternehmen mit einer Nummer im Handelsregister eingetragen: HRB für Kapitalgesellschaften wie die GmbH, HRA für Personengesellschaften und eingetragene Einzelkaufleute, jeweils mit dem zuständigen Amtsgericht. Dazu kommt die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.): Sie beginnt mit „DE“ und hat in Deutschland neun Ziffern; in anderen EU-Ländern steht ebenfalls ein Länderkürzel davor. In Österreich gibt es das Firmenbuch (FN-Nummer) und die UID-Nummer, in der Schweiz das Handelsregister mit der UID-Nummer (CHE-…).

Wichtig sind drei Angaben: der rechtliche Name des Unternehmens, seine Register- oder USt-Nummer und seine Anschrift. Genau diese vergleichst du mit dem, was die Website behauptet.

Was ein Onlineshop angeben muss

Wer in Deutschland geschäftsmäßig Telemedien anbietet, muss nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) bestimmte Angaben leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar machen, üblicherweise auf einer Seite namens „Impressum“. Dazu gehören:

Hinzu kommen für Händler die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die Widerrufsbelehrung und Hinweise zur Zahlung und Lieferung. Fehlen diese Angaben ganz, ist das ein starkes Signal. Sie reichen aber nicht allein: Du musst prüfen, ob sie stimmen. In Österreich und der Schweiz gibt es vergleichbare Pflichten, etwa nach dem E-Commerce-Gesetz bzw. dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.

Wo du kostenlos nachprüfst

  1. Das Handelsregister. Über das gemeinsame Registerportal der Länder kannst du Firmen suchen und den Eintrag mit Firma, Sitz, Vertretungsberechtigten und Rechtsform einsehen; die Abfrage von Registerauszügen und Dokumenten ist in der Regel kostenfrei.
  2. Das Unternehmensregister. Es bündelt unter anderem Jahresabschlüsse und andere Veröffentlichungen. Insolvenzbekanntmachungen findest du außerdem im Justizportal der Länder für Insolvenzbekanntmachungen.
  3. Der VIES-Dienst der EU-Kommission zur Prüfung einer innergemeinschaftlichen USt-IdNr. Das Bundeszentralamt für Steuern bietet zudem eine Bestätigungsabfrage an, die auch Name und Anschrift abgleicht.
  4. Die Website und die Profile des Unternehmens: Vergleiche Angaben, um Widersprüche zu entdecken. Das Alter der Domain verrät, wie lange die Seite wirklich schon existiert.

Nicht jedes seriöse Unternehmen steht im Handelsregister: Kleingewerbetreibende und Freiberufler sind oft nicht eingetragen. Dann gilt das Impressum mit vollständigem Namen und einer ladungsfähigen Anschrift als Maßstab. In Österreich prüfst du das Firmenbuch, in der Schweiz das Handelsregister (über den zentralen Firmenindex).

Widersprüche, die dich misstrauisch machen sollten

Vorsicht

Eine gültige Nummer und ein „aktiver“ Eintrag beweisen nicht, dass die Website ehrlich ist. Betrüger leihen sich manchmal die Daten eines echten Unternehmens. Vergleiche Name, Anschrift, Domain und E-Mail auf der Website mit dem amtlichen Eintrag und prüfe, ob die Seite wirklich zu dieser Firma gehört.

Eine Fünf-Minuten-Methode

  1. Such das Impressum (Fußzeile oder Menü) und notiere Register- bzw. USt-Nummer.
  2. Schlag sie im amtlichen Register nach: Status, Anschrift, Tätigkeit, Gründungsdatum.
  3. Vergleiche mit der Website (Name, Anschrift, E-Mail, Domain).
  4. Prüfe das Alter der Domain und suche unabhängige Bewertungen außerhalb der Seite. Wie das geht, zeigt Ist diese Website Betrug? 10 Prüfungen; auf Shops, die ohne eigenes Lager arbeiten, geht Dropshipping-Shop erkennen ein.
  5. Sieh dir Zahlungsarten und Rückgaberegeln an, bevor du bestellst. Zu deinen Rechten lies Widerrufsrecht und Erstattung beim Online-Kauf.

Scan Raccoon stützt sich teilweise auf solche öffentlichen Prüfungen, um dir bei der Einschätzung eines Verkäufers zu helfen. Die automatische Unternehmensabfrage nutzt derzeit das französische Register; für deutsche Firmen schlägst du die Nummer selbst im Handelsregister nach. Du kannst auch direkt eine Website-Adresse eingeben und bekommst in Sekunden eine Analyse.

Häufige Fragen

Wo finde ich die Registernummer eines Shops?

Im Impressum, meist in der Fußzeile. Fehlt es, ist das bei einer Händlerseite schon ein Warnzeichen.

Heißt eine gültige Registernummer, dass der Verkäufer zuverlässig ist?

Nein. Sie belegt nur, dass es ein Unternehmen gibt. Du musst weiterhin prüfen, ob die Angaben zur Website passen und ob die Tätigkeit Sinn ergibt.

Gilt das auch für Verkäufer auf Marktplätzen?

Ja für gewerbliche Verkäufer: Sie müssen erkennbar sein. Zwischen Privatpersonen gibt es keine Nummer, hier zählen Kontoalter und Bewertungen.

Wie prüfe ich ein ausländisches Unternehmen?

Im amtlichen Register des jeweiligen Landes und, für USt-IdNr. innerhalb der EU, im VIES-Dienst der EU-Kommission.

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